Katharina Heinroth

Anlässlich des Weltfrauentages am 8. März feiern wir eine beeindruckende Frau.

„Tu was, dann wird dir besser!“ Das war das Motto der ersten – und bisher einzigen - Zoodirektorin Berlins: Katharina Heinroth. Sie wurde 1897 in Breslau geboren, promovierte 1923 mit einer Arbeit über das Hörvermögen bei Reptilien und erhielt für ihre bemerkenswerten Leistungen 1957 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Sie starb am 20. Oktober 1989 in Berlin. Im Laufe ihres Lebens trotzte sie unglaublichen Widrigkeiten.

„Dann brach der zweite Weltkrieg aus. Vom Elend des ersten hatte man nichts gelernt. Der Mensch scheint nie zur Vernunft zu kommen, so klug und einzigartig er sich auch vorkommt. Was der Fleiß vieler werktätiger Hände aufbaute, wurde wieder vernichtet, der Wahnsinn regierte die Welt!“
Katharina Heinroth

Aus Jan Mohnhaupt Buch „Der Zoo der Anderen – Als die Stasi ihr Herz für Brillenbären entdeckte & Helmut Schmidt mit Pandas nachrüstete“

„Katharina Heinroth, geboren 1987 in Breslau als Katharina Berger, ist die zweite Ehefrau des Aquariendirektors Oskar Heinroth. Beide sind bereits einmal geschieden, als sie 1932 bei ich als Sekretärin anfängt und ihm beim Abtippen des Manuskripts zu seinem Buch „Die Vögel Mitteleuropas behilflich ist. Auch wenn Oskar Heinroth das Aquarium mit aufgebaut und zu Weltruhm geführt hat, so ist er in erster Linie einer der angesehensten Ornithologen seiner Zeit. Über die Arbeit kommen Sie sich bald näher, 1933 heiraten sie. Auf der Dachterrasse ihrer Wohnung über dem Aquarium halten sie Brieftauben und untersuchen zusammen deren Orientierungssinn. Katharina Heinroth hat zu dieser Zeit bereits selbst eine beachtliche Laufbahn vorzuweisen: Obwohl die Berufsaussichten schlecht waren, hatte sie 1919 angefangen, in Breslau Zoologie, Botanik, Paläontologie, Geologie und Geografie zu studieren. Auch privat lebte sie nicht gerade so, wie man es von einer jungen Frau erwartete. Vier Heiratsanträge, beinahe zu viele wie Studienfächer, sammelte sie in dieser Zeit, ihr Doktorvater sorgte sich des Öfteren, dass sie bei ihrem „großen Männerverbrauch“ wie er es nannte, nicht mehr genügend Zeit fürs Studium fand. Doch nach vier Jahren schließlich erhielt sie – als erste Frau an der Breslauer Universität – die Doktorwürde in Zoologie mit der Auszeichnung „summa cum laude“. Danach forschte sie nachts auf eigene Faust am Bienen und Springschwänzen – weniger Millimeter großen Gliedertieren, die sich von verrottenden Pflanzenteilen ernähren – und verdiente tagsüber ihr Geld als Sekretärin, Bibliothekarin oder Assistentin. Mehr wurde einer Frau in dieser Zeit nicht zugetraut.“

Durchhaltevermögen wird belohnt

Den Wiederaufbau des Zoos trieb Katharina Heinroth als Direktorin von 1945 bis 1957 tatkräftig und pragmatisch voran. Nur 91 Tiere überlebten den zweiten Weltkrieg. Mit Einfallsreichtum schaffte sie es, dem Zoo zu neuen Tieren zu verhelfen: Sie rief die Berliner Kinder dazu auf, dem indischen Staatschef Nehru Briefe zu schreiben und um einen Elefanten für ihren Zoo zu bitten. Der Plan geht auf und kurz darauf erhält der Zoo 1951 seinen ersten Elefanten nach dem Krieg. Ihrem Kampfgeist allein verdankt der Zoo Berlin auch seinen jahrhundertealten Baumbestand. Für dessen Rettung hat sich die Zoodirektorin in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg mit viel Herzblut eingesetzt, damit die alten Eichen nicht zu Feuerholz wurden. Katharina Heinroth war vor allem für ihren ungeheuren Mut und ihre Offenheit bekannt. Sie scheute keine Auseinandersetzung – sei es mit ihrem Vorgänger, dem Zoodirektor Lutz Heck, der den Nationalsozialisten nahestand, oder mit den britischen und russischen Besatzern.

Trümmerfrau mit Doktortitel

Aus Jan Mohnhaupt Buch „Der Zoo der Anderen – Als die Stasi ihr Herz für Brillenbären entdeckte & Helmut Schmidt mit Pandas nachrüstete“

„Nachdem die Angriffe vorüber sind, eilen die Pfleger und Angestellten des Zoos aus ihren Unterschlupfen und versuchen, die Brände zu löschen. […] Alle packen mit an.  Auch Katharina Heinroth, die vor einem roten Ziegelbau, dem Flusspferdhaus, steht und versucht, mit einem mehr oder weniger intakten Schlauch, das brennende Dach zu löschen. […] Wie lange sie braucht, bis der Brand gelöscht ist, weiß Katharina Heinroth nicht, irgendwann am frühen Morgen hat sie es endlich geschafft. Von den verkohlten Dachbalken tropft das Löschwasser auf die Flusspferde, die sich wieder einigermaßen beruhigt haben.“

Als der Arzt kam, war nur noch der Totenschein auszustellen. Er ging, und mich packte die Verzweifelung. Wie gut hatten es doch früher indische Witwen, die mit ihrem Mann sterben durften. Aber das konnte ich doch auch. Die Giftkapseln im Schreibtisch! Ich zerbiß eine und wartete neben meinem Mann auf meinen Tod. Vergeblich, mir geschah nichts. Die Kapseln waren fünfundvierzig Jahre alt und unwirksam geworden. Nun, es sollte nicht sein. Tu was, dann wird dir besser!
Katharina Heinroth

Öffnungszeiten

Heute, 22. April
9:00 - 18:00 Uhr
Letzter Einlass: 17:00 Uhr
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Fütterungen & Trainings

  • Krokodil-Talk 11:00 Uhr
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