Artenschutz im Alltag

Ressource schonen, Lebensraum schützen, Arten retten – Der Zoo Berlin liefert Ideen und Beispiele, wie Artenschutz im Alltag aussieht. Leisten Sie in Ihrem täglichen Leben Ihren Beitrag und werden Sie so selbst zum Artenschutz-Held!

Jede Veränderung beginnt in uns.
Dalai Lama

Wilderei, Klimawandel und Zerstörung des Lebensraums sind die größten Ursachen des Artensterbens, für das der Mensch verantwortlich ist. Dabei ist der Erhalt der Artenvielfalt entscheidend für unsere Zukunft. Denn die Natur ist ein Kreislauf, in dem Lebewesen sich gegenseitig beeinflussen und voneinander abhängig sind.

Wird dieser Kreis unterbrochen, funktionieren die Prozesse der Natur nicht mehr. Jedes Mal, wenn eine Tier- oder Pflanzenart ausstirbt, reißt sie andere mit sich. Auch der Mensch ist Teil dieser Biodiversität und ist genauso auf die Vielfalt des Lebens angewiesen wie Tiere und Pflanzen. Das können Sie tun:

  • Verpackungsmüll vermeiden

    Prognosen sehen im Jahr 2050 mehr Müll als Fische in unseren Ozeanen schwimmen, denn täglich gelangt tonnenweise Plastik ins Meer und dort zerstört er den Lebensraum verschiedenster Organismen. Selbst bei leicht zersetzbaren Kunststoffprodukten – wie beispielsweise Joghurtbechern – bleiben noch kleine Partikel in Form von Mikroplastik übrig, die durch die Tiere aufgenommen werden, dort unverdaut erhalten bleiben und schließlich wieder auf unseren Tellern landen. Deshalb lohnt es sich beim Einkaufen die richtigen Entscheidungen zu treffen: Jutebeutel und Einkaufskorb statt Plastiktüten, aufwändige Verpackungen meiden, Mehrwegflaschen statt Einwegflaschen, Tetrapacks oder Dosen - oder am besten gleich verpackungsfreie Supermärkte unterstützen.

    Noch mehr tun: Unvermeidbaren Abfall richtig Recyceln, jeden Tag drei Stückchen Müll aufheben und entsorgen - Take 3 for the Sea, weg von der To-Go-Kultur: Ist ein paar Minuten Sitzen oder Stehenbleiben so ein großes Opfer?

  • Nachhaltig genießen

    Früher war Fleisch ein luxuriöser Genuss, der in den meisten Familien bestenfalls einmal in der Woche auf den Tisch kam. Inzwischen ist Fleisch für viele eine solche Selbstverständlichkeit geworden, dass sie mehrmals täglich verzehrt wird. Allein in den letzten Jahrzehnten hat sich unser Fleischkonsum pro Kopf verdoppelt. Nicht nur zur Vermeidung der Massentierhaltung, auch der Umwelt zuliebe sollten wir unseren Fleischkonsum reduzieren. Denn bei der Herstellung von einem Kilogramm Rindfleisch fällt dreimal so viel CO² an, wie bei der Produktion von Schweinefleisch. Das Huhn liegt noch darunter. Der CO² Fußabdruck von Gemüse ist im Vergleich zu anderen Lebensmitteln, wie Milchprodukten oder Obst am geringsten: Er liegt bei einem Hundertstel von dem der Kuh. Auch vergessen wir oft, dass die Fleischproduktion eine „Veredelung“ der Nahrung ist. Damit Hühner, Schweine und Rinder ordentlich Fleisch ansetzen, werden sie mit Mais, Soja oder Weizen gefüttert. Auf den Feldern, wo dieses Tierfutter angebaut wird, ist kein Platz mehr für Wälder und Wildtiere und auch nicht für Nahrungsmittel, die hungrige Menschen sofort satt machen könnten. Daher die Empfehlung für Anfänger: Einen fleischlosen Tag pro Woche einlegen. Fortgeschrittene können sich am Revival des Sonntagsbratens versuchen und werden feststellen, dass auch einmal Fleisch pro Woche die Vielfalt auf dem Teller nicht beeinträchtigen muss. Das Motto: Qualität statt Quantität.

    Noch mehr tun: Lebensmittel regional, saisonal und möglichst ohne Palmöl kaufen, folgende Label deuten auf nachhaltiger produzierte Erzeugnisse hin: MSC, FSC, Rainforest Alliance Certified, Blauer Engel.

  • Heimischen Arten ein Zuhause geben

    Nicht nur Tiger, Elefant und Nashorn sind vom Aussterben bedroht, auch unsere heimische Artenvielfalt ist in Gefahr. Dabei kann jeder helfen, bedrohten Tierarten einen Zufluchtsort zu schaffen. Im Garten, auf dem Balkon oder in der Nachbarschaft kann schnell ein kleines Ökosystem eingerichtet werden. Das ist sehr einfach, kann aber für die Natur in der Umgebung von großer Bedeutung sein, denn heimische Arten verlieren zunehmend ihren Lebensraum. Ein Insektenhotel, Nistkasten Oder Pflanzen, die als sogenannte Bienenweiden besonders Viel Nahrung für Bienen produzieren, sorgen dafür, dass sich Vögel, Schmetterlinge, Marienkäfer, Bienen und Hummeln auch auf kleinen wilden Fleckchen Wohl fühlen. Auch in einem gepflegten Garten darf die Natur noch zu erkennen sein.

    Noch mehr tun

    Kompost anlegen statt Chemiedünger kaufen, nur Blumenerde ohne Torf kaufen, Böden nicht durch Asphalt, Beton oder Pflastersteine versiegeln, für Vielfalt sorgen, Streuobst liegen lassen und nicht jedes Blaatt von Rasen und Beeten entfernen. Weitere Ideen gibt es hier: www.letitgrow.eu

  • Energie sparen

    Strom ist zu einem Grundbedürfnis für die meisten Menschen geworden. Ohne Strom kein Facebook, kein Kühlschrank, kein Licht. Die Deutschen verbrauchen pro Kopf zwar nur etwa die Hälfte der Elektrizität, die eine Person in den USA verbraucht, doch auch unsere Abhängigkeit von Strom hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Im Vergleich zu den 1960er Jahren hat sich unser Stromverbrauch pro Kopf sogar verdreifacht. Doch kleine Gewohnheiten machen beim Energiesparen im Haushalt den großen Unterschied: Beim Kochen gehört der Deckel auf den Topf, Geräte sollten nicht auf Standby, sondern komplett ausgeschaltet werden, Wasser lieber im Kocher als auf der Herdplatte erhitzen, Spül- und Waschmaschine nur voll beladen anschalten, den Kühlschrank für optimale Belüftung in ausreichendem Abstand von der Wand und nicht direkt neben einem Ofen oder der Heizung aufstellen, Gefrierfächer und –schränke regelmäßig abtauen spart bis zu 45% an Strom.

    Noch mehr tun: Heizen Sie nur, wenn es tatsächlich nötig ist: warme Socken, Decken und Pullover sind in der Übergangszeit oft ausreichend, wer die Temperatur in seiner Wohnung um nur ein Grad senkt, spart 5-10% der Heizenergie und damit bares Geld, Stoßlüftungen von weniger Minuten sind effizienter als ein dauerhaft gekipptes Fenster, der Strom sollte idealerweise aus erneuerbaren Energien gewonnen werden, Elektrogeräte sollten nur mit der Energieeffizienzklasse A + bis A+++ gekauft werden.

  • Second hand ist en vogue

    Vintage, Retro, Shabby Chic – weil gebrauchte Dinge einen ganz besonderen Charme versprühen, wird vielen Möbeln, Kleidungsstücken oder Deko-Artikeln inzwischen künstlich ein antikes Aussehen verpasst. Ob Mutters Schlaghose aus den 70ern, Opas alter Eichenschrank, das Kinderspielzeug von Ebay Kleinanzeigen oder die Kaffeekanne vom Flohmarkt in Frankreich – geliebte Erbstücke haben Charakter und halten Erinnerungen wach, ihre Patina verrät eine bewegte Vergangenheit. Im besten Fall bringen sie noch eine ungewöhnliche oder persönliche Geschichte mit, die jedes Stück zu einem absoluten Unikat machen. Haushaltsauflösungen, Flohmärkte, Bücherschränke oder Online-Tauschbörsen sind Fundgruben für Nostalgiker, Sparfüchse und Menschen mit Bewusstsein für ihre Umwelt und den Wert von Rohstoffen. Bei vielen Second-Hand-Läden kommen die Erlöse oft sogar noch einem Gutes Zweck zu Gute. Auch der Trend zum kreativen Upcycling sagt der Wegwerfkultur den Kampf an.

    Noch mehr tun: Oft freuen sich soziale Kaufhäuser über Dinge, die Flohmärkten oder Online-Plattformen nicht mehr zu Geld gemacht werden kann, auch Geschenke müssen nicht immer neuwertig sein, viele Läden, wie auch der Zoo-Shop bieten originelle Produkte aus recycelten Materialien an.

  • Wasser zu schätzen wissen

    Ohne Wasser gäbe es kein Leben auf unserem Planeten und es versteckt sich an vielen Stellen, an denen wir es gar nicht vermuten. Im Haushalt geht am meisten Trinkwasser durch die Toilettenspülung und das Duschen oder Baden verloren. Doch wussten Sie, dass selbst in einem dünnen Blatt DIN A4 Papier 10 Liter Wasser stecken? Um eine Tasse schwarzen Kaffee zu produzieren braucht es sogar schon 140 Liter Wasser. Auch bei der Herstellung einer einzigen Jeans gehen mehrere tausend Liter Wasser verloren und ein Kilogramm Rindfleisch benötigt rund 15.000 Liter Wasser bis es auf unserem Teller landet. Wer diese Wassermengen in seinem Alltag entdeckt, kann seinen Verbrauch bewusst anpassen.

    Noch mehr tun: Spartaste der Toilette nutzen, Wasserhahn beim Zähneputzen ausstellen, gleiches gilt beim Duschen fürs Einschäumen, Spül- und Waschmaschine nur voll beladen anschalten, wo möglich Regenwasser nutzen.

  • Weniger Auto ist mehr

    Im Vergleich zu Diesel, Benzin & Co. verursachen Biokraftstoffe aus Raps, Weizen oder Palmöl bei der Verbrennung zwar deutlich weniger CO2, doch besser für die Umwelt sind sie deshalb nicht unbedingt. Für Palmölplantagen werden Regenwälder abgeholzt und bei der landwirtschaftlichen Produktion von nachwachsenden Rohstoffen fällt ebenfalls CO² an. Elektroautos schonen zwar das Stadtklima, doch wenn der Strom aus Kohle gewonnen wird, verlagert sich der CO² Ausstoß nur an einen anderen Ort. In all diesen Erwägungen den Überblick zu behalten, ist im Alltag nicht einfach, daher bleibt die einfachste Regel: Je weniger Autofahren, umso besser. In der Stadt ist man zu Fuß oder mit dem Rad auf manchen Strecken schneller unterwegs, gleiches gilt für öffentliche Verkehrsmittel, die im Vergleich zu Parkgebühren oft auch die günstigere Wahl sind.

    Noch mehr tun: Wer die Kosten für ein eigenes Auto sparen, aber auf den Luxus aber doch nicht ganz verzichten will, kommt mit Taxi und Car Sharing meist günstiger davon, wer sich doch einen eigenen Wagen anschaffen möchte, sollte SUVs meiden – sie sind unter den PKWs die größten Umweltsünder.

  • Im Urlaub Arten retten

    Der illegale Wildtierhandel ist die größte unmittelbare Bedrohung für zahlreiche gefährdete Tierarten wie Tiger, Elefant und Nashorn. Besonders in Südostasien boomt der illegale Handel mit Wildtieren. Haben Sie eine Reise nach Asien geplant? Dann werden Sie zum Artenschutzhelden und melden Sie, wenn Ihnen auf Märkten, in Apotheken oder Restaurants Nashorn, Bärentatzen oder Schildkröteneier begegnen - mit der Wildlife Witness App tragen sie mit einem einfachen Foto aktiv zur Rettung bedrohter Tierarten bei. Wonach Sie Ausschau halten müssen, erfahren Sie hier: www.wildlifewitness.net

    Noch mehr tun: Keine Lebensmittel, Medizin oder sonstigen Produkte von potentiell bedrohten Tierarten kaufen (Elfenbein, Krokodil- und Schlangenleder, Tigerkrallen), keine Fotos mit vermeintlich gezähmten Wildtieren machen, Bahn dem Flugzeug vorziehen und für alle, die nicht in die Ferne schweifen, gibt es trotzdem die Möglichkeit sich anspannenden Tierzählungen zu beteiligen: Stunde der Gartenvögel, Stunde der Wintervögel.

  • Mit einer Spende der Tierwelt helfen

    Das Aquarium Berlin ist eine gemeinnützige Einrichtung, die sich dem Schutz der Artenvielfalt verschrieben hat. Wir betreiben Artenschutz hier in Berlin und auf der ganzen Welt. Unsere Zoologen wissen durch den regelmäßigen Austausch mit Experten weltweit, wo Spenden gerade im dringendsten gebraucht und wo sie vor Ort am sinnvollsten eingesetzt werden. Das für den Artenschutz gespendete Geld fließt zu 100 % in die Projekte! Schon mit Ihrem Besuch im Aquarium Berlin unterstützen Sie die wichtige Arbeit zum Schutz bedrohter Arten.

    Noch mehr tun: Geben Sie Ihr altes Handy im Zoo Berlin ab, mit dieser Spende können Sie den Verbrauch wertvoller Rohstoffe minimieren, schützen so Lebensräume von bedrohten Tierarten wie den Gorillas und leisten einen aktiven Beitrag zum Artenschutz.

  • Informieren, weitersagen, die Welt besser machen!

    Die Ameisen- und Bienenvölker machen es uns vor: Gemeinsam lässt sich Großes bewirken! Deshalb sollten wir unser Wissen mit Freunden oder Familienmitgliedern teilen und diese praktischen Alltagstipps weitergeben – für eine bessere Zukunft auf diesem Planeten!

Gemeinsam Arten retten!

Die Erde ist ein Ort des Artenreichtums und vielfältigen Lebens. Doch jährlich verschwinden mehrere Tausend Arten für immer von unserem Planeten. Unterstützen Sie uns bei unserem Ziel, das Artensterben zu stoppen. Es ist noch nicht zu spät, jeder Beitrag hilft.

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Heute, 13. Juni
9:00 - 18:00 Uhr
Letzter Einlass: 17:00 Uhr
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  • Derzeit können keine öffentlichen Fütterungen und Tiertrainings stattfinden.

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