Drei Fragen an…

...Prof. Dr. Melanie Jaeger-Erben

Die Zoologischen Gärten von Berlin dürfen sich über eine wachsende Zahl an Menschen freuen, die die Bedeutung unserer Arbeit erkannt haben und mit uns für ein gemeinsames Ziel kämpfen: den Erhalt der Artenvielfalt auf unserem Planeten. An dieser Stelle möchten wir mit einigen von Ihnen ins Gespräch kommen und erfahren, was sie antreibt, warum sie uns unterstützen und was sie mit ihrem Patentier, Zoo, Tierpark oder Aquarium Berlin verbindet. Wir haben mit der Nachhaltigkeitsforscherin Melanie Jaeger-Erben zum Thema nachhaltige Entwicklung gesprochen. Sie forscht an Strategien, die einen nachhaltigeren Konsum fördern sollen.

Redaktion: Was verbindet Sie mit dem Tierpark Berlin?

Meine Töchter und ich haben Jahreskarten und wir nutzen bei jedem Wetter gerne die Gelegenheit, einen ausgedehnten Spaziergang mit dem Lernen über die verschiedensten Tiere und Umwelten zu verbinden.

Redaktion: Was bedeutet nachhaltige Entwicklung für Sie und haben Sie ein Beispiel eines konkreten Projekts, in dem Sie großes Potential sehen?

Nachhaltige Entwicklung ist ein Leitbild – vielleicht sogar das einzig richtige – für eine zukunftsfähige Umgestaltung unserer Gesellschaft und der derzeitigen Formen des Produzierens und Konsumierens. Nachhaltige Entwicklung beschreibt keinen Endzustand, sondern das stetige Arbeiten an einem guten und langfristig stabilen Verhältnis zwischen Natur und Gesellschaft. Dabei gilt es, Gesellschaft als Teil von Natur zu betrachten, menschliches Handeln in natürliche Kreisläufe einzubetten und mit den Ressourcen der Erde sorgsam umzugehen. Vor diesem Hintergrund finde ich solche Projekte spannend, die aus der Gesellschaft heraus entwickelt werden und einen anderen Umgang mit Ressourcen erproben. Dazu gehören beispielsweise Repair-Cafés, in denen Menschen gemeinsam Gegenstände reparieren, von der Stehlampe bis zum Laptop. Dabei fördern sie die nachhaltige, weil langfristige Nutzung von Produkten, fördern aber auch die aktive Beteiligung an nachhaltigen Produktkreisläufen, in denen möglichst viel erhalten und möglichst wenig weggeworfen wird. Das große Potential liegt im gemeinsamen Lernen und Arbeiten für einen nachhaltigeren Konsum.

Redaktion: Wo sehen Sie die größten Herausforderungen auf dem Weg zu einem nachhaltigeren Umgang mit unseren Ressourcen und aus welchem Bereich erwarten Sie gute Lösungen?

Die größte Herausforderung ist die Umstellung von einem linearen System der Ressourcennutzung zu ressourcenleichten und zirkulären Systemen. Derzeit werden viel zu viele Ressourcen neu aus der Natur gewonnen, statt bereits gewonnene Ressourcen zu erhalten und nachzunutzen. Es wird zu viel Neues produziert, statt Bestehendes zu verbessern, ein zweites oder drittes Mal zu nutzen oder zu recyclen. Eine ressourcenleichte ‚Circular Economy‘ bedeutet nicht nur, mehr Kreisläufe der Ressourcennutzung und -erhaltung einzuführen, sondern auch weniger zu konsumieren, mehr zu teilen, besser zu warten und häufiger zu reparieren. Es bedeutet einen Abschied vom Bild des ‚trendhungrigen Verbrauchers‘, der viel Auswahl braucht und seinen Wohlstand und sein Glück vor allem über den materiellen Besitz definiert. Bisher profitieren noch zu viele Menschen und Unternehmen vom linearen Wirtschaftsmodell. Daher erwarte ich zum einen gute Lösungen von Seiten der Politik, zum Beispiel dem Circular Economy Action Plan auf EU-Ebene oder den politischen Zielen zu einem Recht auf Reparatur. Zum anderen finden sich vielversprechende Initiativen und soziale Innovationen, die in Repair-Cafés, Selbermachwerkstätten, Gartenprojekten, Teil- und Tauschgemeinschaften einen anderen Umgang mit Ressourcen finden wollen und dabei ganz praktisch nachhaltige Konzepte wie Suffizienz, Minimalismus und Gemeinwohlorientierung ausprobieren.

Fledermauskästen am Schulgebäude? Wildblumenparadies für Bienen auf dem Schulhof? Grünes Klassenzimmer, Müllsammelaktionen oder Artenschutz-Tage im Kiez? Unter dem Motto Zurück zur Natur! ruft das Artenschutz-Programm Berlin World Wild unter der Schirmherrschaft des Bundesumweltministeriums zur Einreichung von Projektideen für ein artenreiches Berlin auf.

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Heute, 20. Juni
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