Zoo-PM

Corona-Zeiten in Zoo, Tierpark und Aquarium Berlin

Fragen und Antworten in Zeiten der Corona-Krise

Warum wurde geschlossen?

Das Wohl von Besuchern, Mitarbeitern und Tieren hat für die Zoologischen Gärten Berlin höchste Priorität. Zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus wurden Zoo, Tierpark und Aquarium Berlin vorerst und bis auf Weiteres geschlossen.

Wie geht es den Tieren?

Für die Tiere in Zoo, Tierpark und Aquarium Berlin ändert sich durch die Krise nichts. Ihre umfangreiche Versorgung und Pflege ist selbstverständlich gesichert. Einzig die fehlenden Besucher hat bereits der eine oder andere Zoo- bzw. Tierpark-Bewohner bemerkt. Gerade bei tollem Wetter hätten Robben, Paviane und Co. normalerweise viel zu gucken. Die Tierpfleger wissen ihre Schützlinge aber natürlich auch anderweitig zu beschäftigen. So haben die Affen z.B. kniffelige Futterautomaten aus denen sie Erdnüsse „herausfriemeln“ können, die Seehunde bekommen weiterhin bei ihrem täglichen Training ihren heißgeliebten Fisch und auch die Pandas sind mit den von den Tierpflegern gebastelten Spielzeugen ebenfalls gut beschäftigt (siehe https://www.youtube.com/watch?v=utmcQh-0pYY, https://www.youtube.com/watch?v=IJvvauFQ1H8, https://www.youtube.com/watch?v=ebMZwFIJ0jc bzw. https://www.zoo-berlin.de/de/aktuelles/blog/news/keine-zeit-fuer-langeweile#c9474).

Können sich Tiere infizieren?

Grundsätzlich ist zu dem Infektionsverhalten des Coronavirus (COVID-19) bei Tieren wenig bekannt und der Wissenstand erweitert sich nahezu täglich. Die Zoologischen Gärten Berlin stehen durchgehend in engem Austausch mit anderen deutschen und europäischen Zoos sowie entsprechend vertrauten Wissenschaftlern. In unseren Einrichtungen wurde bereits der direkte Mensch-Tier-Kontakt minimiert und in als besonders gefährdet eingestuften Revieren (z.B. Menschenaffen) kommen Handschuhe und Atemschutzmasken zum Einsatz. Bei Großkatzen besteht in Zoo und Tierpark Berlin ohnehin zu keinem Zeitpunkt direkter Mensch-Tier-Kontakt und die Tierpfleger halten stets einen Sicherheitsabstand von mehreren Metern. Vorsorglich tragen sie dennoch ebenfalls Handschuhe.

Wie hat sich der Alltag verändert?

Im Rahmen eines Pandemieplans wurde ein Großteil der Belegschaft in zwei Gruppen eingeteilt, um den innerbetrieblichen Kontakt zu minimieren. Die beiden Gruppen sind Woche für Woche abwechselnd im Einsatz, begegnen sich also nicht mehr. Zudem wohnen einige Mitarbeiter – u.a. Tierpfleger und Tierärzte – direkt in Zoo sowie Tierpark. So ist in jedem Fall die Versorgung der tierischen Schützlinge zu jedem Zeitpunkt gesichert.

Wie wirkt sich die Corona-Krise wirtschaftlich aus?

Natürlich stellt die durch das Coronavirus bedingte Schließung Zoo, Tierpark und Aquarium Berlin vor besondere Herausforderungen. Seit dem 17. März 2020 fehlen jegliche Einnahmen, während selbstverständlich der Betrieb nicht heruntergefahren werden kann, wie in anderen Branchen. Schließlich müssen die rund 30.000 tierischen Bewohner weiterhin versorgt und gepflegt werden. Dabei ist die Haltung exotischer Tiere bzw. der generelle Betrieb solch großer Zoos grundsätzlich mit beachtlichen Kosten verbunden – konkret kostet der Betrieb der drei Einrichtungen rund 140.000 Euro täglich! Diese werden fast ausschließlich aus Eintrittsgeldern und Spenden finanziert. Entsprechend entstehen durch die Schließung natürlich erhebliche finanzielle Einbußen. In welchem Umfang diese genau ausfallen bzw. welche notwendige Maßnahmen sie hervorrufen werden, ist zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht abzusehen. Letztlich hängt dies aber maßgeblich von der gesamten Dauer der Ausnahmesituation ab.

Gibt es staatliche Unterstützung?

Wie viele andere Unternehmen, nutzen auch die Zoologischen Gärten Berlin die Unterstützungsmöglichkeit der Agentur für Arbeit und haben für einen Teil der Belegschaft Kurzarbeit angemeldet.

Wann soll wieder geöffnet werden?

Grundsätzlich stehen die Zoologischen Gärten Berlin in regelmäßigen Kontakt mit Senat und Bezirken. Jedes weitere Vorgehen wird eng mit staatlicher Seite abgestimmt. Es werden z.B. bereits Konzepte erarbeitet, wie eine Wiederöffnung von Zoo und Tierpark Berlin mit reglementiertem Besucher-Einlass möglich sein könnte. Letztlich gestaltet sich dies aber leider nicht ansatzweise so einfach, wie es die Theorie versprechen mag. Schließlich sollen Menschenansammlungen – ob vor den Eingängen oder innerhalb der Parks vor bestimmten Anlagen – unbedingt und zu jedem Zeitpunkt ausgeschlossen werden können. Mit regulär über 5 Millionen Besuchern jährlich und alleine über 120.000 Jahreskarten-Besitzern ist das eine beachtliche Herausforderung, für die bisher noch keine einwandfreie Lösung gefunden werden konnte. Und auch unter wirtschaftlichen Aspekten ist eine Wiederöffnung nicht „um jeden Preis“ sinnvoll, da das Hochfahren des Besucherbetriebs durch u.a. Beendigungen von Kurzarbeitsmaßnahmen zusätzliche Betriebskosten verursacht. Nach aktuellem Stand bleiben die Einrichtungen also auch weiterhin (bis auf Weiteres) geschlossen. Dennoch sind alle Beteiligten an einer schnellstmöglichen, verantwortungsvollen Wiederöffnung interessiert.

Wie kann man unterstützen?

Glücklicherweise konnten sich Zoo, Tierpark und Aquarium Berlin in großen Krisen bisher – neben notwendiger staatlicher Unterstützung – auch immer auf großzügige Unterstützung der Berlinerinnen und Berliner verlassen. Und es scheint auch diesmal so zu sein. Schon wenige Tage nach der Schließung erreichten die Berliner Einrichtungen erste Anfragen nach Unterstützungsmöglichkeiten. Unter folgenden Links kann gespendet werden: https://www.zoo-berlin.de/de/unterstuetzen/spenden/spendenprojekte bzw. www.tierpark-berlin.de/de/unterstuetzen/spenden/ueberweisung. Futterspenden – deren Qualität umfangreich überprüft werden müsste – können aus Kapazitätsgründen nicht entgegengenommen werden. Gleiches gilt für ehrenamtliche Tätigkeiten, die aufgrund der innerbetrieblichen Kontaktminimierung nicht möglich sind.