This is Our Ocean!

Das Aquarium Berlin unterstützt die EU-Kampagne gegen die Verschmutzung der Meere

In der vergangenen Woche startete die Kampagne „Our Ocean – World aquariums against marine litter“ – eine Kampfansage der EU gegen die massive Zerstörung der Weltmeere durch zunehmende Vermüllung. Das wichtige Projekt, das die Menschen auf die Problematik der enormen Meeresverschmutzung aufmerksam zu machen versucht, wird auch vom Aquarium Berlin unterstützt.

Die Ozeane sind weit entfernt, die Auswirkungen nicht

Die Ozeane nehmen etwa drei Viertel der Erdoberfläche ein. Sie bilden den größten Lebensraum weltweit, sind aber in großen Teilen noch unerforscht. Diese Tatsache hindert den Menschen nicht daran, sie im zunehmenden Maße durch Plastikmüll und Schadstoffe zu zerstören. Die Besucher im Aquarium sollen über den dramatischen Zustand der Weltmeere aufgeklärt und informiert werden.

Kleine Partikel – großer Schaden

Allein Plastikmüll gerät täglich tonnenweise ins Meer. Dort zerstört er den Lebensraum verschiedenster Organismen, da er sich schwer zersetzt und so bei Flora und Fauna große Zerstörung anrichtet. Bereits jede siebte bis neunte Meeresschildkröte hat schon versehentlich Plastik gefressen, das unverdaulich im Körper des Tieres bleibt und ihm schadet. In Küstengebieten leidet das Wachstum der Korallen unter der Masse an angespültem Meeresmüll. Die Lebensräume veröden, da ohne die vielfältige Welt der Korallen anderen Meeresbewohnern ein geeignetes Zuhause fehlt. Selbst bei leicht zersetzbaren Kunststoffprodukten – wie beispielsweise Joghurtbechern – bleiben noch kleine Partikel in Form von Mikroplastik übrig, die durch die Tiere aufgenommen werden und dort unverdaut erhalten bleiben.

Müllteppiche – doppelt so groß wie Deutschland

Aktuell treiben auf dem Pazifik und Atlantik Müllteppiche, die doppelt so groß wie Deutschland sind. Sie vergiften benachbarte Lebensräume von Meerestieren und stellen eine große Belastung für das Ökosystem dar. Neben dem Plastikmüll gelangen auch industriell hergestellte Gift- und Schadstoffe wie Öle, Düngemittel und Medikamente nach der Entsorgung über Umwege ins Meer und verpesten die Gewässer.

Der Preis der Schönheit

Selbst in der Kosmetik finden sich zahlreiche Beispiele für gefährliche Kunststoffe, die in der Natur großen Schaden anrichten können. Viele Hautpflegepeelings enthalten etwa feine kleine Plastikkügelchen, die nach ihrer Verwendung mit in den Abfluss gespült werden und so in die Gewässer gelangen. Dort werden sie durch Meerestiere aufgenommen und landen unter Umständen später auf dem Speiseteller des Menschen.

Was kann ich selber tun?

Um diese Zerstörung des Lebensraumes tausender Arten aufzuhalten, muss der Mensch für dieses Problem sensibilisiert werden. Im Aquarium Berlin klären in den kommenden Wochen Infotafeln über den dramatischen Zustand der Weltmeere auf. Hinzu kommen Vorschläge, wie jeder Einzelne dazu beitragen kann, die unnötige Müllproduktion einzuschränken oder sogar komplett zu vermeiden. Schon beim alltäglichen Einkauf fängt es an. Allein wegen Plastikverpackungen von Mehrfach-Getränke-Packungen verenden viele Tiere, weil sie sie versehentlich verschlucken oder sich darin verfangen. Fischliebhaber sollten nur noch Meeresfrüchte kaufen, auf denen mindestens das blaue Zertifikat des Marine Stewardship Councils zu finden ist (MSC). Aber Achtung: Hier sind viele ähnliche Symbole im Gebrauch, die auf den ersten Blick gleich aussehen sollen, aber bei Weitem keine so umfangreichen Auflagen zur nachhaltigen Fischerei haben.

Morgen gibt´s kein Sushi mehr

Auch die massive Überfischung bedroht die marinen Lebensräume. Gegenwärtig gibt es keine Meerfischart mehr, die nicht als bedroht eingestuft wird beziehungsweise werden müsste. Ursache dafür ist vor allem der groß angelegte und gezielte Fischfang. Es werden mehr Tiere gefangen als „nachwachsen“ können. Dazu zählen auch die großen Mengen an Beifang, der zwar mit herausgefischt, jedoch nicht weiterverwendet wird. Ansätze der nachhaltigen Fischerei sind zwar vorhanden, konnten die Überfischung bisher jedoch nur verlangsamen und nicht langfristig verhindern.

Informieren, weitersagen und helfen!

In Zusammenarbeit mit der EU-Kommission für Umwelt, Marine Angelegenheiten und Fischerei setzen sich nun neben dem Aquarium Berlin viele weitere Aquarien weltweit dafür ein, über die akuten Zustände aufzuklären, zu informieren und allgemein die Aufmerksamkeit auf die dringende Problematik zu lenken. Die Weltmeere sind der Lebensraum für abertausend verschiedene und wichtige Tier- und Pflanzenarten, die wir gemeinsam retten und erhalten müssen.

Mehr Informationen zur Kampagne und Our Ocean-Konferenz auf Malta im Oktober gibt es hier: https://ourocean2017.org/campaigns/world-aquariums-against-marine-litter

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