Woran erkenn' ich ein Insekt?

- Die Raupe besitzt einige Saugnäpfe längs des Körpers (oberer Kreis). Beine hat sie jedoch nur ganz vorn (unterer Kreis).
Mitunter kommt große Verwirrung auf, wenn es darum geht, ein gefundenes Tier nach Tierklassen einzuordnen. Wann handelt es sich dabei um Insekten?
Als erstes Erkennungsmerkmal gilt:
Hat das Tier 6 Beine ist es ein Insekt! Diese Regel schließt auch gleich die Spinnen und Skorpione aus dem Reich der Insekten aus. Denn diese haben 8 Beine und sind mit den Zecken und Milben Vertreter der 'Spinnentiere'.
Aber wie verhält es sich denn mit dem 'Tausendfuß', oder der Kellerassel und dem Hundertfüßer? Dies sind doch auf jeden Fall Insekten, oder?
Nein! Die Kellerassel ist ein Krebstier und die Hundert- und Tausendfüßer bilden wie die Insekten eine eigene Tierklasse. Sie alle aber sind wie auch die Spinnen und Skorpione 'Gliedertiere'.
Sechs Beine haben auch die Jungtiere (Larven) der Insekten. Eine Raupe ist z.B. die Larve eines Schmetterlings. Sie sieht aus, als hätte sie anstatt der Beine lauter Saugnäpfe und Borsten mit denen sie sich fortbewegt. Aber wenn du sie dir genau anschaust, wirst du ganz vorn hinter dem Kopf die 6 Beine sehen. Bei Engerlingen, so nennt man die aus einem Ei ausgeschlüpften Larven eines Käfers, wirst du ebenfalls die 6 Beine finden. Aber Ausnahmen gibt es dennoch, die Larven der Fliege, man nennt sie Maden, besitzen tatsächlich keine Beine. Die erwachsene Fliege jedoch hat sehr wohl 6 Beine und ist damit ein waschechtes Insekt. Die Larve der Mücke ist ein weiteres beinloses Beispiel.

- Der kräftige Chitin-Panzer eines Blumenkäfers
Als zweites Merkmal gilt:
Ein Insekt hat natürlich kein Fell wie ein Hund oder eine Katze die zu den Säugetieren zählen, obwohl die Hummel z.B. doch recht wuschelig aussieht. Manche Insekten sehen aus, als hätten sie eher eine Art Haut, die aber nicht vergleichbar z.B. mit der unseren ist. Eher kann man ihre Hülle mit unseren Fingernägeln oder Haaren vergleichen. Viele Insekten haben nämlich eine Art Panzer, dieser besteht aus einem Material, das man Chitin nennt. Bei einigen Insekten ist die Chitin-Hülle recht dünn und elastisch und wirkt daher eher wie eine Haut.

- Zwei Beispiele für besonders flugfähige Insekten ohne Deckflügel
Drittes Merkmal:
Die meisten Insekten haben Flügel, und zwar 2 oder 4. Bei einem Käfer sind die sichtbaren Flügel in Wirklichkeit nur Flügeldecken. Die eigentlichen flugfähigen Flügel befinden sich wohlverpackt und oft sogar zusammengefaltet unter ihnen.
Allerdings können nicht alle Käfer fliegen.

- Die Deckflügel des Laufkäfers sind zusammengewachsen. Auch das schwere Weibchen der Gespenstheuschrecke kann mit ihren Stummelflügeln nicht fliegen, wohl aber ihre schlanken Männchen
Bei einigen am Boden lebenden Arten sind die Flügeldecken im Verlauf ihrer Stammesgeschichte zusammengewachsen. Bei anderen Insekten sind die Flügel so unterentwickelt, das sie das Tier niemals tragen könnten. Wiederum gibt es auch Insekten, bei denen die Männchen sehr wohl flugfähig sind, die Weibchen hingegen nicht einmal Flügel besitzen. Von den Ameisen wissen wir, dass die Arbeiterinnen, also Weibchen, keine Flügel haben, die geschlüpfte Königin aber, ebenfalls ein Weibchen, benötigt kurzzeitig Flügel für den Hochzeitsflug mit den dauerbeflügelten Männchen und zum Aufsuchen eines geeigneten Platzes zur Gründung eines neuen Ameisenstaates. Diese Insekten teilt man von den normalen Insekten als 'Staatenbildende Insekten' ab.
Als viertes Erkennungsmerkmal gilt:
Der Körper eines Insektes ist in 3 Teilen aufgebaut. Da ist der Kopf mit seinen unterschiedlichsten Augen, den stark oder schwach ausgebildeten Fühlern, und den an den Nahrungsbedarf angepassten Kauwerkzeugen, die sich immer außerhalb der Mundöffnung befinden.
Dann kommt der Mittelteil, der Brustteil. An diesem oft sogar kleinsten Teil des Insektes befinden sich alle 6 Beine. Der Brustteil besteht aus mehreren, miteinander starr verwachsenen Teilstücken (Segmente). Der bei vielen Arten extrem lang und groß ausgebildete Hinterleib ist dagegen beinlos. Deshalb hat auch die Raupe nur ganz vorn ihre Beine. Auch der hintere Teil besteht aus mehreren Segmenten, die aber oft beweglich miteinander verbunden sind. Die Körperenden der meisten, bekanntesten Käferarten, wie Marienkäfer, Mai- und Junikäfer, sind fest mit dem Brustteil verwachsen. Beim ebenfalls sehr bekannten Ohrwurm, oder 'Ohrenkneifer', der auch zu den Käfern zählt, ist der Hinterleib hingegen sehr beweglich aufgebaut. Mit seiner am Hinterleibs-Ende befindlichen Greifzange schafft er es sogar, seine Flügel überaus kompliziert zusammenzufalten und unter seinen Flügeldecken zu verstauen.

- Die stachelige Riesenstabschrecke besitzt einen großen Brustteil
Der Brustteil der Stacheligen Stabschrecke ist ziemlich groß. Er besteht aus einzelnen Segmenten, die aber miteinander starr verwachsen sind. Die Segmente des Körperendes hingegen sind beweglich miteinander verbunden. Die Beine befinden sich immer am starren Brustteil.
Die Nahrungspalette bei Insekten ist allumfassend. Einige Arten fressen Blätter oder auch Früchte unterschiedlichster Art. Andere sind dermaßen auf die Blätter einer ganz bestimmten Pflanze spezialisiert, dass sie ohne diese verhungern würden, auch wenn anderes grünesBlattwerk im Überfluss vorhanden ist.
Die Mistkäfer ernähren sich von Kot bestimmter Tiere. Sie drehen daraus ihre Kugeln und transportieren sie bis zu ihren Höhlen.
Die Biene produziert sogar ihre Nahrung selber. Sie lagert den Honig in Vorratskammern und ernährt sich davon in der blütenarmen Winterzeit.
Die aus Südamerika stammende Blattschneiderameise betreibt sogar Ackerbau. Auf Blattstücken baut sie einen Pilz an.
Auch räuberisch lebende Arten, wie die Hornisse, einige Käfer oder auch Wanzen sind im Reich der Insekten vielfach vertreten. Die meisten von ihnen fressen sogar andere Insekten. Oft sind richtige Kämpfe zwischen ihnen zu beobachten.
