Anemonenfische im Zoo-Aquarium
Anemonenfische gehören zu den beliebtesten Zierfischen in der Seewasseraquaristik.
Um der großen Nachfrage gerecht zu werden, werden seit einigen Jahren Anemonenfische kommerziell gezüchtet. Auch das Zoo-Aquarium züchtet seit vielen Jahren für den Eigenbedarf diese hübschen kleinen Riffbarsche.
Etwa dreißig Arten sind bisher in den tropischen Meeren gefunden und beschrieben worden. Die ersten ihrer Art wurden bereits im Jahre 1758 von Linné beschrieben, enes der letzten Exemplare in den frühen Achtzigern des vergangenen Jahrhunderts. In den letzten Jahren wurden viele Arten dieser Gattung von Privatleuten und Großaquarien gezüchtet. Der Clownfisch(Amphiprion ocellaris) erreicht eine Größe von maximal 8 cm und erfreut sich größter Beliebtheit. Nicht umsonst wurde er als "Nemo" Star einen Films. Sein Lebensraum erstreckt sich vom östlichen Indischen Ozean bis hin zum Westpazifik.
Anemonenfische sind in ihrem Lebensraum, dem Riff, häufig in der Nähe von oder sogar in Anemonen zu finden. Dies ist verwunderlich, da die meisten Fische durch das Gift der Anemonententakel vernesselt werden. Anemonenfische sind jedoch in der Lage, das Gift der Nesselzellen auf ihre Schleimhaut zu übertragen. Auf diese Weise wird der Fisch für die Wirtsanemone nicht mehr wahrnehmbar. Das heißt, der Fisch wird nicht mehr als Fremdkörper empfunden und deshalb nicht vernesselt oder gar gefressen.
Die Anemone bietet dem Fisch hingegen Schutz und Rückzugsgebiet. Anemonenfische verteidigen ihre Anemone sehr heftig gegen Eindringlinge und Feinde. So ist beiden Tieren geholfen. Man spricht hier von einer Symbiose, einer Lebensgemeinschaft zu beiderseitigem Nutzen.
Die im Zoo-Aquarium lebenden Anemonenfische werden daher in der Regel zusammen mit einer Anemone gehalten. Dies dient in erster Linie dem Wohlbefinden des Fisches, andererseits kann der Beobachter einige der natürlichen Verhaltensmuster von Anemonenfischen aus nächster Nähe erleben.
Seit vielen Jahren betreibt das Zoo-Aquarium eine Korallenfischzucht, in der im Laufe der Zeit auch viele Hundert Anemonenfische nachgezogen wurden. Diese werden in der Aufzucht jedoch ohne Anemone gehalten. Die nach dem Schlupf umherschwimmenden Larven würden andernfalls gnadenlos von der Anemone vernesselt und gefressen werden.
Die Biologie der Anemonenfische verbirgt neben der Tatsache, dass sie in Anemonen leben können, noch weiteres Erstaunliches. Sie sind in der Lage ihr Geschlecht zu wechseln.
Junge Anemonenfische haben Anlagen für beide Geschlechter - jedoch nur das männliche Hodengewebe wird zur Reife weiterentwickelt. Mit zunehmenden Alter und verkümmert das Hodengewebe und die weiblichen Geschlechtsorgane wandeln sich in funktionstüchtige Eierstöcke um.
Bei den in Gruppen lebenden Anemonenfischen entwickelt sich das größte Tier stets zum dominanten Weibchen. Sollte es passieren, dass das Weibchen stirbt, bildet sich das nächste starke Männchen zum Alphaweibchen um.
Diesen Umstand macht sich das Zoo-Aquarium zur Zucht zunutze, indem zwei nahezu gleichgroße Jungfische zusammengesetzt werden. Wandelt sich eines der beiden Fische zum Weibchen um, hat man so innerhalb kurzer Zeit ein harmonisierendes Pärchen zusammen.





