Die kleine Insektenkunde

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Fauchende Schabe

Die weitaus größte Klasse des gesamten Tierreichs mit mehr als ca. 70 Millionen Arten (30 Ordnungen), in Mitteleuropa ca. 28.000 Arten, ist die der Insekten (insektum = das Eingeschnittene [Kerbtiere]).

Die von 2 Millimeter bis ca. 40 Zentimeter großen, heute lebenden Insekten verdanken ihren Namen der Untergliederung ihres Rumpfes durch einen Einschnitt, der ihn in die Brust (Thorax) und den Hinterleib (Abdomen) teilt. Nur die drei Brustringe tragen wohlentwickelte Laufbeine, an den Ringen des Hinterleibs sind die Gliedmaßen mehr oder weniger vollständig rückgebildet. Das unterscheidet die Insekten von den ihnen nahe verwandten, noch mit einheitlichem Rumpfabschnitt versehenen Tausendfüßern.

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INSEKT: Großer Mehlkäfer
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KEIN INSEKT: Riesentausendfuß

Urtümliche Insektenformen sind ungeflügelt, höhere Insekten sind dagegen geflügelt oder erst wieder durch Rückbildung ungeflügelt. Die Klasse der Insekten nimmt im gesamten Tierreich eine beachtliche Sonderstellung ein: Die einzigartige Fähigkeit sich den verschiedensten Lebensbedingungen anzupassen, eröffnet den Insekten den Zutritt zu den mannigfaltigsten Lebensräumen.

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Atlasfalter

Als Abkömmlinge von Verwandten der Tausendfüßer sind die Insekten von Haus aus Landtiere. Aber schon im Erdaltertum wuchsen ihnen Flügel; so wurden sie die Pioniere in der Eroberung des Luftraumes, den sie bis in die Jurazeit hinein für mehr als etwa 150 Millionen Jahre allein beherrschten. Dann erst folgten ihnen die Flugechsen, die Vögel und im frühen Tertiär auch die Fledermäuse. Vom Land her eroberten viele Insekten das Süßwasser. Selbst in den Küstenlagunen der Meere sind Insekten zu finden. Nur die Hochsee meiden sie fast völlig (bis auf einige Wasserwanzen). Insekten leben in allen Klimagürteln der Erde. Sie sind in den wasserlosen und nahrungsarmen Wüsten ebenso zu finden wie in den polaren Breiten. Hier genügen die wenigen Sommerwochen zur Entwicklung der in Milliardenschwärmen auftretenden Stechmücken; ihre Eier überstehen die Kälte des langen Polarwinters ohne Schaden. Andererseits bevölkern Salzfliegenlarven in Ostasien heiße Quellen von über 50° C; die Larven anderer naher verwandten Arten leben in den durch Verdunstung hochkonzentrierten Salzlaken der Salinen und wieder andere gar in den kalifornischen Petroleumpfützen.

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Gottesanbeterin

Insekten sind auf der Erde fast allgegenwärtig. 70% aller heute beschriebenen Tierarten sind Insekten. Es gibt also mehr Insekten als alle übrigen Tier- und sogar Pflanzenarten. Die Formenfülle erhöht sich noch dadurch, dass die Insekten mit vollständiger Verwandlung als Larve ein vollkommen anderes Leben führen als später das ausgewachsene Tier. Außerdem können die erwachsenen Insekten sich noch durch einen extrem ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus und sogar von Generation zu Generation unterscheiden. Die Größe der Insekten wird durch Formbeständigkeit, Außenskelett und inneren Bau nach oben begrenzt.

Mit ihrer Körpermasse (nicht ihrer Länge) stehen einige tropische Käfer, die Herkules- und Goliathkäfer, an der Spitze der Insekten. Sie übertreffen hierin die kleinsten Vögel und Säuger bei weitem. Das Gegenteil sind die winzigen Schlupfwespen (Mymaridae), die in ihren Körpermaßen sogar Einzeller mittlerer Größe (Pantoffeltierchen) unterbieten.

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Perfekte Tarnung (Mimese) des Wandelnden Blattes

Der Panzer der Insekten besteht aus Chitin und einer Eiweißsubstanz. Hartteile des Panzers sind nicht stark chitinisiert, sondern mit mehr Eiweißanteil oder sogar mit Kalk verstärkt. So vielfältig wie ihre Form ist auch die Färbung der Insekten. Insekten beherrschen verschiedene Möglichkeiten, sich vor Fressfeinden optisch zu schützen:

  1. Mimikry: Äußerliche Übereinstimmung ungiftiger, wehrloser Tiere mit solchen, die Abwehrorgane oder Giftdrüsen haben. Entsteht durch Selektion.
  2. Mimese: Tarnende Ähnlichkeit in Färbung und Körpergestalt des Tieres mit leblosen oder belebten Gegenständen seiner Umwelt.