Gifttiere im Aquarium

- Die giftigste aller Klapperschlangen:
Wer an giftige Tiere denkt, dem fallen meist zuerst Skorpione und einige Schlangen ein. Bekannt sind da z.B. die indischen Schlangenbeschwörer mit ihrem „gefährlichen“ Beruf. Oder Schlagzeien aus Afrika, laut denen die grünen Mambas ihr Unwesen treiben.
Seltener gibt es Berichte über Vergiftungen aus Europa, obwohl es auch hier einige giftige Tiere zu Land und zu Wasser gibt. In Mitteleuropa gibt es z.B. die giftige Kreuzotter oder in Südeuropa findet man die Aspisviper oder die Sandotter.
Die Gefahr gebissen zu werden ist allerdings recht gering, da diese Tiere recht scheu sind.
Unsere Meere hingegen beherbergen eine Vielzahl giftiger Tiere, die uns gefährlich werden könnten. Einige entwickeln ihre Giftwirkung erst bei dem Verzehr, diese nennt man passiv giftige Tiere. Andere wehren sich mit giftigen Pfeilen, Flossenstrahlen oder Nesseln wie z.B. die Quallen. Diese Tierarten zählen zu den aktiv giftigen Tieren.
Passiv giftig
Zu den passiv giftigen Meerestieren zählen z.B. der tropische Kugelfisch oder der Barrakuda. Die Zubereitung der giftigen Kugelfische – in Asien eine Spezialität – obliegt ausschließlich speziell ausgebildeten Fugu–Köchen.
Ebenso verhält es sich an dem Beispiel des Barrakudas. Sein Fleisch ist nur zu bestimmten Jahreszeiten ungenießbar. Ursache hierfür sind Gifte die mit der Nahrung aufgenommen werden. Weitaus belasteter sind die Innereien wie Leber oder Fortpflanzungsorgane.
Frische Muscheln können zu bestimmten Jahreszeiten für den Verzehr ungeeignet sein, da sie durch ihre filtrierende Nahrungsaufnahme giftige Geißeltierchen (Dinoflagellaten) aufnehmen.
Aktiv giftig
Bekannt sind Vernesselungen der Haut durch Quallen oder Stiche von in Sand lebenden Fischen. Diese Art der Vergiftung geht von aktiv giftigen Tieren aus.
Das injizieren des Giftes geschieht durch Stiche der Flossenstrahlen oder platzenden Nesselzellen (Quallen) auf der Haut des „Opfers“.
Zu den für uns als Schwimmer, Schnorchler oder Taucher gefährlichen Fischen zählen z.B.: Stechrochen, Steinfische, Petermännchen oder auch Welse.

- Der giftigste Fisch überhaupt:
Fische sind keineswegs die einzigen aktiv–giftigen Meeresbewohner. Kleine nur wenige Zentimeter messende Kegelschnecken haben in der Vergangenheit im australischen Raum eine traurige Berühmtheit erlangt. Diese Schnecken bilden in ihrem Körperinneren harpunenartige Pfeile aus, die im Bedarfsfall regelrecht in das Opfer geschossen werden. Die meisten Unfälle ereignen sich beim Sammeln dieser hübschen Schnecken.
Vielen Besuchern des Mittelmeeres sind auch die Seeigel bekannt. Meistens führen Verletzungen durch Stechen und Abbrechen der Stachel zu einer daraus resultierenden Sekundärinfektion. Bei Verletzungen durch tropische Seeigel kommt es schon eher zu Vergiftungserscheinungen. Eine Verletzung durch Stachel des Diademsseeigels führt zu einem brennenden Gefühl in der Stichstelle und verursacht ein ähnliches Gefühl wie nach einem Wespenstich. An der Basis des hohlen Stachels sitzt eine Giftdrüse, die ihr Gift mit dem abgebrochenen Stachel wie mit einer Injektionsnadel in die Wunde spritzt. Der Schmerz klingt jedoch meistens schnell wieder ab.

- Der Diademseeigel
Zu den giftigen Fischen, die auch der Aquarianer im Zoogeschäft kaufen kann, gehören die Skorpionsfische. Wie der Namen schon vermuten lässt, handelt es sich um Fische, die ihr Gift durch Stiche in das Opfer injizieren.
Bekannt ist der Rotfeuerfisch oder der wohl giftigste Fisch überhaupt, der Steinfisch. Das Gift der Rotfeuerfische entspricht dem der Kobra, und das des Steinfisches ist auch für den Menschen tödlich. Deshalb ist äußerste Vorsicht im Umgang mit diesen Tieren geboten.

- Rotfeuerfisch mit aufgestellten Giftstacheln
Vergiftungssymptome
Das Gift, das bei 'vorrübergehend giftigen Fischen' (z. B. Barrakuda) zur Wirkung kommt, bezeichnet man als „Ciguatera - Toxin“. Dieses Gift verursacht einige Stunden nach dem Genuss des Fischfleisches ein taubes Gefühl im Mund und Rachenbereich, sowie auf der Zunge. Ferner treten in Folge Schüttelfrost und schmerzhafter Durchfall ein. Bei heftigen Vergiftungen können sogar Muskel- Rücken- und Kopfschmerzen auftreten. Fieber, Unruhe und Schlaflosigkeit sind ebenfalls zu beobachten. Der Eintritt des möglichen Todes wird von Krämpfen begleitet.
Bei einer wiederholten Ciguatera - Toxin Vergiftung tritt leider keine Immunität auf. Das Gegenteil ist der Fall. Bei erneuter Vergiftung ist der Krankheitsverlauf schwerer als beim ersten Mal.
Obwohl Muränen nicht zu den giftigen Fischen gehören, weisen sie zusammen mit unseren einheimischen Aalen eine interessante Besonderheit auf. Im Blutserum dieser Tiere ist ein Protein enthalten, das bei Genuss des Blutes zu Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen, Ausschlag und Darmproblemen führt! Dieses Protein wirkt hämolytisch, d.h. es löst die roten Blutkörperchen auf.
Ansonsten kommt es bei Bissen durch Muränen nur zu Sekundärinfektionen.

- Grüne Muräne
Vergiftungserscheinungen, wie oben beschrieben treten auch bei Stichen und Vernesselungen auf. Stechende Fische verursachen ähnliche Symptome wie es bei dem Genuss giftigen Fischfleisches auftritt.
Da einige Fische, wie z.B. der Stechrochen über einen gesägten Stachel verfügen, reißt die Haut um die Einstichstelle auf. Dadurch kann das eingebrachte Gift leichter in die Wunde eindringen. Da das Gift gewebezersetzend ist und auch Sekundärinfektionen auftreten können heilen die Wunden schlecht, so dass die Heilung sich über Monate hinziehen kann.

- Nesselnde Kompassqualle
Auch bei Vernesselungen wird das Gift der Nesselzellen bei Berührung injiziert. Viele Meeresurlauber haben schon „Bekanntschaft“ mit den sogenannten Feuerquallen (Pelorgia, Cyanea) gemacht. Die Berührung der Nesselfäden fühlt sich wie ein Peitschenschlag an. Die Vernesselungen dieser Quallen verursachen ein starkes Brennen auf der Haut und führt häufig zu Narbenbildung. Besonders gefährlich sind die meterlangen Nesselfäden der Staatsquallen.
Auch Anemonen können nesseln. Starkes Brennen und oder Juckreiz sind die Folgen der Berührung. Es kann aber auch zu starken Schwellungen führen, die z.B. einen Unterarm auf den doppelten Umfang anschwellen lassen.
