Blauer Pfeilgiftfrosch

(Dendrobates tinctorius "azureus")

Der Blaue Pfeilgiftfrosch, der auch Blauer Baumsteiger oder auch einfach nur "Azureus" genannt wird, gehört aufgrund seiner auffälligen Farbgebung zu den bekanntesten und beliebtesten Dendrobaten überhaupt. Der 4-6 cm kleine Frosch lebt in den tropischen Regenwäldern Südamerikas.

STECKBRIEF

Herkunft
Guyanas, Surinams und Nordbrasilien

Lebensraum
Tropische Regenwälder

Nahrung
Insekten und Weichtiere

Bestand
gefährdet

Größe
ca. 5 cm

Gewicht
4-8 g

Brutzeit
Schlupf der Kaulquappen nach 12  bis 16 Tagen

Erreichbares Alter
ca. 10 Jahre

Wissenswertes zum Pfeilgiftfrosch
Bis 2006 wurde der Blaue Pfeilgiftfrosch als eigene Art geführt. Nach neu erlangten Erkenntnissen durch molekulargenetische Untersuchungen, wurden u. a. Arten neu definiert und Gattungen neu zugeordnet. Seither gilt der "Azureus" nicht mehr als valide Art, sondern als lokale Farbvariante des Färberfrosches.

So klein, so bunt – aber so giftig!
Beim Anblick des Pfeilgiftfrosches fällt eins gleich auf: seine knallige Farbe – und die verheißt in der Natur oft nichts Harmloses. Vorsicht ist somit auch bei diesem Prachtexemplar geboten, denn das Krampfgift „Batrachotoxin“ des Azureus verursacht Lähmung von Muskeln und Atmung. Für Menschen kann eine Vergiftung mit nur zwei Mikrogramm bereits tödlich sein – in freier Natur gilt deshalb: Finger weg!

In Zoos verlieren Pfeilgiftfrösche ihren Schrecken

Pfeilgiftfrösche produzieren ihr Gift übrigens nicht selbst. Stattdessen nehmen sie es in freier Wildbahn allein über den Verzehr von bestimmten Ameisen auf und bauen es erst dann in ihre Haut ein. In Zoos gehaltene Exemplare, die nur "ungiftige" Nahrung verfüttert bekommen, sind demnach auch nicht giftig – sehr zur Beruhigung ihrer fürsorglichen Tierpfleger.

Wie kam Pfeilgiftfrosch zu seinem Namen?

Pfeilgiftfrösche verdanken ihren Namen den Chocó-Indianern in Kolumbien, die sich das Gift der Tiere für ihre Jagd mit Blasrohren zunutze machen. Ohne die Frösche dabei zu berühren, fangen die Indianer das ausgeschiedene Hautsekret auf und tränken ihre Pfeile damit – wobei die Prozedur für die Pfeilgiftfrösche selbst tödlich endet. Mit angeblich nur einem einzigen Gifttropfen lassen sich 30-50 Pfeile präparieren.

Stimmt es, dass...?

... der Pfeilgiftfrosch keine natürlichen Fressfeinde hat? Bei einem derart giftigen Tierchen ist man geneigt, das zu glauben, stimmt aber nicht. Tatsächlich ist die in Südamerika beheimatete Goldbauchnatter (Leimadophis epinephelus) das einzige Tier, das ihm zum Verhängnis werden kann. Zwar ist sie gegen sein Gift nicht immun, hat aber immerhin eine Resistenz entwickelt.

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