Hochsicherheitstrakt im Aquarium Berlin

So abgeschirmt lebt die Schwarze Witwe

Schwarze Witwe Aquarium Berlin

Sicherheitsglas, diverse Schlösser, eine Videokamera: Die Europäische Schwarze Witwe misst gerade einmal einen Zentimeter und ist dennoch das wohl am besten überwachte Tier im Aquarium Berlin. Vielleicht sogar der gesamten Hauptstadt?

Seit dem Sommer wird im Aquarium Berlin die Europäische Schwarze Witwe gezeigt. Aufgrund der Gefahr, die von einem Biss durch das weibliche Tier ausgeht, entschied sich Zoo-Direktor Dr. Andreas Knieriem für gezielte Sicherheitsauflagen: „Der Besuch im Aquarium soll ein Erlebnis sein, weshalb wir uns sehr freuen, die Schwarze Witwe für die Gäste zeigen zu können. Dennoch steht die Sicherheit an oberster Stelle und mit einem Biss dieser Spinnenart ist tatsächlich nicht zu spaßen.“

Schwarze Witwe im Aquarium Berlin hinter Sicherheitsglas
Schwarze Witwe im Aquarium Berlin hinter Sicherheitsglas

Videoüberwachung der Schwarzen Witwe

So lebt die Schwarze Witwe in einem Terrarium aus Sicherheitsglas, auf das lediglich Reviertierpfleger Robert Seuntjens und wenige seiner Mitarbeiter Zugriff haben. Im Terrarium befindet sich wiederum eine zweite Box, das tatsächliche Zuhause der langbeinigen Spinnendame Tessa. „Die kleine Einzelbox ist dafür da, die Spinne besser präsentieren zu können – unsere Besucher müssten solch eine kleine Kreatur sonst permanent im Terrarium suchen. Uns ginge es da natürlich nicht anders. Und da wäre es womöglich nur eine Frage der Zeit bis jemand im Team gebissen würde“, erklärt Reviertierpfleger Robert Seuntjens.
Welcher Tierpfleger sich dem Terrarium nähert, wird per Standbild durch eine Videokamera aufgezeichnet (diese filmt nicht den Besucherbereich). Zusätzlich wird genauestens protokolliert, wann das Becken geöffnet wird – so viel Wirbel um einen Zentimeter Spinnenweibchen.

Das gefährliche Gift der Schwarzen Witwe

Der Hochsicherheitstrakt rund um Tessa befindet sich in der 3. Etage des Aquarium Berlin – hoch über den Reptilien, vorbei an der einzigartigen Quallenzucht, umgeben von exotischen Insekten und Spinnen aus aller Welt.

Das Gift der europäischen Schwarzen Witwe ist nicht so gefährlich wie das ihrer südlichen Verwandten, dennoch sollte der Biss der weiblichen Tiere nicht unterschätzt werden. Muskelkrämpfe, Bluthochdruck, Herzrasen, Schweißausbrüche, Bauchschmerzen und Kopfschmerzen sind nur einige Symptome, die der Biss der Schwarzen Witwe verursacht. Nur in äußerst seltenen Fällen sterben Menschen an seinen Folgen durch Atemlähmung. Die Schwarze Witwe ist keine aggressive Spinnenart, sie greift normalerweise nicht an, attackieren nur, wenn sie sich selbst bedroht oder in die Enge getrieben fühlt.

Dort lebt die Schwarze Witwe

In der Natur kommen die Schwarzen Witwen in Trockenregionen wie z.B. Steppen vor. Im Europäischen Raum überall dort wo sich spärliche Vegetation findet – vornehmlich in Spanien, Frankreich insbesondere auf Korsika, in Italien, Kroatien, Bulgarien, Rumänien und auch an der Schwarzmeerküste.

Schwarze Witwen leben nahe am Boden, ernähren sich größtenteils von Käfern und Insekten, die sich in ihrem Netz verfangen.

Die tödliche Paarung der Schwarzen Witwe

Die Schwarze Witwe hat ihren Namen aufgrund ihres tödlichen Paarungsrituals: Nach der Begattung verspeist das weibliche Tier das oft wesentlich kleinere Männchen – macht sich selbst zur Witwe. Durchschnittlich wird dieses Schicksal jedoch nur circa 12% der Spinnenmännchen zu teil.

Kommentar verfassen

*
*

* Pflichtangaben

No comments