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Nachwuchs bei den Riesenradnetzspinnen
Nie wieder pfui Spinne! Dicke Weiber, dünne Männer und jede Menge Nachwuchs bei den Riesenradnetzspinnen im Zoo-Aquarium Berlin
Einer der ersten Nachzuchterfolge des noch jungen Jahres 2012 kommt aus dem Zoo-Aquarium Berlin: Bei den tropischen Riesenradnetzspinnen (Nephila senegalensis) öffnete sich am Montag, 29. Januar 2012 ein Kokon nach einer Entwicklung von rund 100 Tagen. Heraus kam eine ganze Schar kleiner Jungtiere. Schon die kleinen sind ziemliche Räuber und nehmen alles, was sie überwältigen können. In Menschenobhut bekommen sie mit Fruchtfliegen kleine Insekten als Futter.
Der Name der Webspinnen, zu denen die Riesenradnetzspinnen gehören, ist Programm: Die Weibchen fertigen riesige Fangnetze an, in denen sich Beutetiere in den Klebefäden verheddern können. Die Fangfäden der Netze sind so stark, dass sich sogar Vögel bis Amselgröße darin verheddern können. Solch große Beute kann durchaus von den großen und dicken Weibchen überwältigt werden!
Die weiblichen Riesenradnetzspinnen sind mit einer Kopf-Rumpflänge von bis zu sieben Centimeter beeindruckende Gestalten, werden doch die Männchen nur selten überhaupt neun Millimeter lang, also weniger als ein Zehntel. Auch der Hinterleib der Weibchen ist beeindruckend dick: Er enthält die Fortpflanzungsorgane. Sie können sich nur erfolgreich paaren, wenn das Weibchen gerade mit Beute beschäftigt ist. Überdies kommen auf ein Weibchen gut und gerne manchmal zehn Männchen. Die Zwergmännchen suchen schon die Netze der Weibchen auf, bevor diese fortpflanzungsfähig sind: Schnelligkeit ist ein biologisches Prinzip.
Die Riesenradnetzspinnen, die über beinahe die gesamten Tropen verbreitet sind, sind auch als Seidenspinnen bekannt. Spinnfäden bestehen aus Seide. Diese ist wiederum ein Eiweiß. Sie werden am Hinterleib durch sechs verschiedene Spinnwarzen erzeugt. Das durchaus erlaubte Abkupfern von der Natur und die Anwendung für die Technik nennt man Bionik. Die Spinnfäden der Seidenspinne wecken die Begehrlichkeit des Menschen: Man hegt Hoffnungen, sie einmal als sehr elastische Operationsfäden zu verwenden, die man nicht mehr entfernen muss.
Hinweis für die Presse: Die jungen und die alten Seidenspinnen und ihre Netze können am Dienstag, dem 31.Januar 2012, um 11.00 h im Insektarium fotographiert und gefilmt werden. Sie befinden sich in den Anlagen mit den Nummern 25, 32 und 33. Das Insektarium befindet sich im zweiten Obergeschoß des Zoo-Aquariums. Bitte achten Sie auf entsprechende Makrotechnik Ihrer Ausrüstung.
Dipl. Biol. Benjamin Ibler
Zoologischer Garten Berlin
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